Geschichte

Das Trommeln wird in Wädenswil schon sehr lange gepflegt. Vor der Gründung des Wädenswiler Tambourenvereins wurde bei den Kadetten getrommelt. Da die Mitgliedschaft bei den Kadetten mit dem 20. Altersjahr aufhörte, gründeten einige Tambouren aus dem Kadettenkorps 1962 unter der Leitung des legendären Emil „Miggel“ Leoni den Tambourenverein. Anfangs der 60er Jahre bestand neben den Tambouren auch eine starke Pfeifferformation, welche sich infolge Wegzugs und beruflicher Verpflichtungen der Mitglieder Mitte der 60er Jahre wieder auflöste. In der Folge bildeten sich auch die Aktivitäten der Tambouren stark zurück und beschränkten sich nach einiger Zeit nur noch auf Auftritte an der Fasnacht und auf Vorträge bei Hochzeiten von Freunden und Bekannten. Als an der Fasnacht 1977 nur noch drei Tambouren mobilisiert werden konnten, wurde auf die Initiative Walter Gattikers hin beschlossen, einen ernsthaften Versuch zu einem Neubeginn zu unternehmen. Ehemalige Kameraden wurden angefragt, und es bildete sich eine sechs Mann starke Tambourengruppe, die sich zum regelmässigen Üben verpflichtete.

Die Wädenswiler Harmoniemusik, die 1976 anfing eigene Tambouren für das Marschspiel auszubilden, wurde um eine Zusammenarbeit angefragt. Die in der Musik spielenden Tambouren konnten anschliessend in den Tambourenverein integriert werden. In der Folge konnten die Tambouren mit der Harmonie zahlreiche Auftritte an Konzerten und Ständchen absolvieren. Gleichzeitig begannen die Tambouren mit der Ausbildung von Jungtambouren.

Mit der Bildung einer Jungtambourengruppe wurde im Frühling 1978 begonnen. Nach anfänglich guten Fortschritten der 15 Jungtambouren hatten die Tambouren nach zwei Jahren das Scheitern dieser ersten Bemühungen einzugestehen; es musste Lehrgeld bezahlt werden. Unverzagt wurde darauf hin ein neues, erweitertes Konzept für die Jungtambourenausbildung erarbeitet. Ein erster Kurs begann 1981, dem sich 1982, 1983 und 1985 weitere Gruppen anschlossen. Die von den 7 Jungtambourenleitern geleistete sorgfältige Aufbauarbeit brachte 1986 die ersten grossen Erfolge. Zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte konnte eine Jungtambourengruppe von zehn Burschen an einem ostschweizerischen Jugendwettspiel teilnehmen.

Wettspiele

Eidgenössische Tambourenfeste

  • 1982 in Schwyz, Rang 26 in der Kategorie S2
  • 1986 in Burgdorf, 14 Teilnehmer, 109.90 Punkte, Rang 11 (21) in der Kategorie S2
  • 1990 in Naters VS, 5. Rang, Kategorie S2
  • 1994 in Gossau SG, 4. Rang, Kategorie S2
  • 1998 in Solothurn, 12 Teilnehmer, 113.50 Punkte, Rang 5 (28) in der Kategorie S2
  • 2002 in Sierre, 18 Teilnehmer, 77.00 Punkte, Rang 2 (32) in der Kategorie S2
  • 2006 in Basel, 19 Teilnehmer, 76.80 Punkte, Rang 2 (32) in der Kategorie S2
  • 2010 in Interlaken, 18 Teilnehmer, 109.50 Punkte, Rang 17 (24) in der Kategorie S1
  • 2014 in Frauenfeld, 10 Teilnehmer, 71.60 Punkte, Rang 25 (31) in der Kategorie S2

Ostschweizerische Tambourenfeste

  • 1985 in Herisau, 12 Teilnehmer, 109.10 Punkte, Rang 3 (10) in der Kategorie S2
  • 1989 in Gossau
  • 1993 in Schaffhausen Rang 1 in der Kategorie S2
  • 1997 in Domat/Ems, 14 Teilnehmer, 114.70 Punkte, Rang 1 (12) in der Kategorie S2
  • 2001 in Lüchingen SG, 15 Teilnehmer, 76.70 Punkte, Rang 2 (10) in der Kategorie S2
  • 2005 in Wil SG, 18 Teilnehmer, 112.90 Punkte, Rang 3 (10) in der Kategorie S2
  • 2009 in Winterthur, 14 Teilnehmer, 109.70 Punkte, Rang 9 (12) in der Kategorie S1
  • 2013 in Kreuzlingen, 10 Teilnehmer, 108.40 Punkte, Rang 10 (11) in der Kategorie S1

Fasnacht

Der Tambourenverein Wädenswil bildet seit dem Jahr 1975 einen festen Bestandteil des lokalen Fasnachtstreibens. In den Anfängen stand sowohl beim Schnitzelbankfest als auch an der Strassenfasnacht vorerst noch das traditionelle Trommeln im Vordergrund. Die Mitglieder unseres Vereins zeichneten sich seit je her durch ihre Flexibilität und Innovation aus. Der rasanten, musikalischen Entwicklung im Schweizer Trommelspiel in den 70er und 80er-Jahren stand der Tambourenverein Wädenswil sehr aufgeschlossen und positiv gegenüber. Am Schnitzelbankfest der Fasnacht 1979 wurde denn auch ein Meilenstein gelegt, indem zum ersten Mal ein mehrstimmiges Stück mit südamerikanischen Rhythmen namens "Happy Brasilia" mit grossem Erfolg aufgeführt wurde. Seither sind solche Kompositionen unzählige Male vorgetragen worden und zu einem festen Bestandteil des musikalischen Repertoires geworden. Gemeinsame Projekte mit anderen Gruppen, Vereinen und Guggenmusiken boten neue Herausforderungen in der Welt von Trommel und Perkussion. Dieses Zusammenspiel bescherte uns viel Freude und Erfolg und bereicherte die Fasnacht und andere kulturelle Anlässe während den 90er-Jahren massgeblich. Ein weiterer Höhepunkt erreichten wir im Jahr 2000 mit einer halbstündigen Bühnenshow, unter dem Sujet "Star Wars", anlässlich des Schnitzelbankfestes. Die Show bestand aus Komponenten des traditionellen Trommelns, Kombinationen mit Rockmusik, einem eigens arrangierten Rhythmusstück mit Bauutensilien, verschiedenen Tanzeinlagen und vielem mehr. Seither sind zahlreiche neue, attraktive und spektakuläre Stücke komponiert und aufgeführt worden.

Fasnachts-Bilder aus der Vergangenheit